SEVENFRIDAY SPACE - Zürich 1

SEVENFRIDAY: „Es dreht sich alles um das Design“ (exkl. Interview)

Diese Marke tickt definitiv anders: SEVENFRIDAY. Schon nach wenigen Minuten nachdem wir in Zürich gelandet waren, wurde uns klar, dass das noch relativ junge „Start-up“ etwas ganz Besonderes ist. SEVENFRIDAY geht nicht nur in der Produktgestaltung völlig neue und vor allem unkonventionelle Wege, auch die Uhren, die den größten Teil des Produktsortiments ausmachen, sehen ungewohnt-avantgardistisch aus.

Es gibt wohl kaum ein Unternehmen, dass mit Uhren ab tausend Schweizerfranken einen derartigen Kult-Status erreichen würde, wie die Marke SEVENFRIDAY. Kein Wunder, dass selbst echte Kenner und Liebhaber altbekannter Zeitmesser von den ästhetischen Uhren beeindruckt sind. Hinzu kommt der gelebte Lifestyle – „Show me, don't tell me“ –, der sich auf der ganzen Welt einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut. Doch genau das ist es auch, was die Marke ausmacht: ehrliche Produkte in Kombination mit einer großen Portion Lebensfreude.

Im Rahmen unseres Besuchs im SEVENFRIDAY HQ und SPACE in Zürich haben wir mit dem Gründer, Daniel Niederer, und dem Designer, Arnaud Duval, über die Marke sowie die Philosophie dahinter und das Design gesprochen. Wir wollten wissen, wo die Inspirationen herkommen und was die Ästhetik der Produkte, insbesondere der Uhren ausmacht – und welche Bedeutung das Thema „Design“ für SEVENFRIDAY hat.

Im Gespräch mit SEVENFRIDAY-CEO Daniel Niederer und Designer Arnaud Duval

Arnaud, erzähl uns bitte ein wenig über deinen Hintergrund: Wie bist du zum Designen gekommen, und was bedeutet dir Design?

Arnaud: Ich habe eine Designschule in Frankreich besucht: ISD in Valencienne in der Nähe der belgischen Grenze. An dieser Schule haben wir schon eine Menge Einblicke in die Branche bekommen, und ich habe mich schnell dem Produktdesign zugewandt. Ich habe mit Autodesign begonnen, weil ich eine Leidenschaft für Autos hatte und noch immer habe. Also wollte ich Autodesigner werden, davon war ich besessen. Während des Studiums habe ich Schritt für Schritt entdeckt, was Design wirklich ist. Alle Prozesse und die Denkweise dahinter, die Philosophie, die Art, wie man ein Produkt durch Nachdenken weiterentwickeln kann – in Kombination mit dem Stil. Der Stil ist nicht das vorrangige Ziel, er ist Teil des Designs. Ich habe mich auch in den Industrieprozess verliebt, also war klar, dass ich Industriedesigner werden wollte. Ich habe dann eine Menge Praktika gemacht, eines davon war bei Alfa Romeo in Italien. Dann fing ich an, Uhren zu designen, und das hat mich sehr interessiert. Ich denke, das ist ein großer Vorteil, den ich mitbringe: Uhren sind nicht wirklich meine Leidenschaft – also, ich bin nicht verrückt danach und würde ehrlich gesagt auch nicht mehr als 5.000 Schweizer Franken für eine Uhr ausgeben. Vielleicht hatten wir deshalb die Idee für SEVENFRIDAY, weil etwas in der Branche gefehlt hat: ein sehr cooles Design, nicht unbedingt mit drei Zeigern und einem Kalender. Wir wollten etwas bauen, woran die Leute Freude haben und was eine starke Designsprache hat. Etwas, womit man Spaß hat, worauf man stolz ist und was man seinen Freunden zeigen kann. Es ist mehr als eine Uhr, es ist ein Gesamtkonzept.

Die Zifferblätter der Uhren von SEVENFRIDAY sind nicht typisch, der Aufbau ist ganz anders. Du kannst dich also nicht einfach irgendwo inspirieren lassen. Woher kommen also deine Inspirationen?

Arnaud: Wir sind keine industrielle Marke, nur um uns einen Namen zu machen. Das ist auch die Basis für meine Inspiration: Ich wollte nicht etwas wirklich Industrielles machen, sondern mich von industriellen Objekten inspirieren lassen – den Fabriken, den alten Herstellungsweisen. Wenn du dir die Uhr anschaust, die Stimmung, den Eindruck, dann spricht sie zu dir, als wäre sie industriell. Natürlich habe ich Respekt vor Uhrenmarken, die einen unkonventionellen Zugang zu Konstruktion und zum Ablesen der Zeit haben, sich aber auch der Vergangenheit bewusst sind. Das mag ich sehr. Aber die Preise sind einfach verrückt, was normal ist, weil sie etwas aus dem Nichts aufbauen. Diese Marken sind Teil meiner Inspiration – nicht nur ihr Design, sondern auch ihre Herangehensweise an das Design. Ein weiterer Teil ist die Mode, mit dem Materialmix, den Farbkombinationen und den verschiedenen Verarbeitungen. Autodesign ist auch mit drin, durch die Wertschätzung der Mechanik der Uhr. Ich denke, ich lasse mich mehr von der Autoindustrie inspirieren als von der Uhrenbranche, zumindest was den mechanischen Teil angeht.

Was bedeutet Design für SEVENFRIDAY? Wie wichtig ist das Design für die Marke?

Daniel: Das erste, was feststand, war das Produkt. Wir wussten von Anfang an, wo wir in etwa hinwollten. Dann kam sein [Arnauds] Design des ersten Produkts, das ein bisschen anders aussah und welches wir dann lanciert haben. Es dreht sich also alles um das Design. Wir können so viel Lebenseinstellung haben, wie wir wollen, aber wir leben letztlich davon, dass wir ein Produkt verkaufen.

Arnaud: Wir sind letztlich eine Lifestyle-Marke. Auch wenn wir Brillen und Bekleidung designen, haben wir unseren eigenen Zugang und wollen selbstständig dazulernen. Wir könnten Tausende von Franken dafür ausgeben, uns Hilfe von externen Designagenturen zu holen. Aber wir wollen allein lernen und unsere eigenen Fehler machen. Das ist Teil der Aufrichtigkeit unserer Marke. Das Design ist der wesentliche Punkt, weil alles damit beginnt. Daniel hat eine intellektuelle Herangehensweise an Dinge, ich habe eine visuelle Herangehensweise, und dort besteht unsere Verbindung. Er kann stundenlang reden, und ich höre ihm eine halbe Stunde zu und fange dann an, das zu skizzieren, was er beschreibt. Dann verstehe ich ihn. Auf diese Weise verstehen wir einander.

Daniel: Wir versuchen grundsätzlich zu vermeiden, Inspirationen innerhalb der Industrie zu haben. Wir hatten jetzt ein Modell, das von der IT inspiriert ist, von einer Matrix. Sci-Fi ist auch Teil der Inspiration.

SEVENFRIDAY Selections

Hier findest Du einen Überblick über die aktuelle Uhrenkollektion.

Wie lang ist der Designprozess für eine Uhr?

Arnaud: Von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt dauert es normalerweise 15 bis 18 Monate.

Und kommt die erste Idee von Dan, von dir oder von euch beiden?

Daniel: Letztlich immer von ihm [Arnaud], weil er es visualisieren kann. Ich kriege meistens das Feedback vom Markt, von den Leuten, mit denen ich rede. Es hängt aber davon ab, ob es ein ganz neues Produkt ist – wie die T-Series, die im September rauskommt, und die neue Komponenten hat –, oder ob es um eine Weiterentwicklung geht. Bevor er [Arnaud] im Januar 2019 nach Zürich gezogen ist, haben wir uns jede Woche zusammengesetzt, über die verschiedenen Produkte geredet und Ideen diskutiert.

Arnaud: Wir arbeiten sehr eng bei der Entwicklung von Produkten und beim Design zusammen.

Wie sieht der normale Designprozess aus? Du zeichnest viel, es gibt erste Entwürfe – wie geht es dann weiter? Habt ihr eigene CNC-Fräsen, 3D-Drucker?

Daniel: Wir haben nicht den einen typischen Designprozess. Manchmal ist es eine Idee, manchmal hat es sich auch schon manifestiert. Am Anfang wollten wir einfach etwas anderes machen, also haben wir dem ein bisschen nachgejagt. Jetzt haben wir bereits ein paar Vorlagen. Das kommt auch von der Autoindustrie. Alle 18 bis 24 Monate wollen wir ein Produkt verjüngen – Feintuning betreiben, die Kontraste, die Proportionen und die Verarbeitung ein bisschen verbessern, einfach ein Lifting verpassen. Daraus ergibt sich dann, wie viele neue Modelle und wie viele Limited Editions wir im Jahr machen. Das gibt uns eine Struktur und einen Zeitplan für Organisation, Planung und Produktion.

Arnaud: Das hier z. B. ist die Weiterentwicklung unserer P3: die P3C/02. Wir haben das Original, die P3, dann die P3B, und jetzt kommt die P3C. Analog der Vorgehensweise von VW bei der Weiterentwicklung des Golf, wollen wir nicht, dass die Leute, die die P3 oder die P3B besitzen, beleidigt sind, dass sie keine P3C haben. Stattdessen sollen sie weiterhin stolz auf ihre P3 oder ihre P3B sein. Deshalb gestalten wir die Weiterentwicklung so, dass es sich um ein neues Modell handelt, das aber das Vorgängermodell nicht zu sehr in den Schatten stellt. Es soll ein natürlicher Verlauf sein.

Die P3C/02 hat zudem erstmals eine verschraubte Krone, und ist damit eine Uhr, mit der du theoretisch 100 Meter tief tauchen kannst. Wir erwähnen das nicht, aber ich sag es dir trotzdem. Generell sind alle unsere Uhren dafür konstruiert, dass man damit 100 Meter tief tauchen kann. Wir schreiben aber nur 30 Meter drauf, damit für jeden klar ist: Händewaschen geht, Regen geht, aber ansonsten: Lieber nicht! Da muss man ja auch mal überlegen: Hat meine Uhr ein Lederarmband, dann gehe ich damit nicht ins Wasser, weil es ja dann kaputt geht. Bei der P3C/02 haben wir mit der verschraubten Krone einen sportlichen Touch, aber es ist natürlich keine Taucheruhr.

Arnaud: Die W1/01 ist wiederum anders, die hat eine neue Designsprache, die wir einführen wollten. Sie ist inspiriert von Werkzeugen. Die Uhr sieht aus wie eine Kreissäge, das ist wirklich maskulin. Wir wollten, dass die Leute sehen, dass es tatsächlich ein Werkzeug ist. Die Zeit wird so abgelesen, dass die Stunde von einer Scheibe angezeigt wird und die Minute von einem Zeiger. Unsere besondere Idee ist die Tag-und-Nacht-Scheibe, die die Tageszeit durch das Verhältnis der Farben anzeigt. Manche Leute sagen, dass sie die Zeit nicht richtig ablesen können. Wir sehen das anders. Unsere Uhren sind einfach anders. Es sind visuelle Komplikationen.

Die T-Serie etwa führen wir im September ein. Wir behalten die ikonische Form, aber das Gehäuse wird kleiner. Der Durchmesser schrumpft von 47 auf 45 Millimeter, ein riesiger Unterschied, da unsere Gehäuse keine Hörner haben. Wenn du die am Handgelenk trägst, merkst du das. Sie ist schmaler und kleiner. Die Linsen etwa sind für Sonnenbrillen produziert worden. Wir verwenden sie als Zifferblatt. Das ist das, was ich vorher gemeint hatte: Wir haben jetzt diese Sonnenbrillen, warum nehmen wir nicht was von dieser Produkt-Welt und bringen es in die andere Welt?

Beschäftigt ihr euch viel mit anderen Produkten? Die Uhr ist ja die Basis, zumindest kommt es so rüber. Habt ihr euch aktiv mit anderen Produkten beschäftigt und dann versucht, herauszufinden, wie ihr Materialien, Bestandteile, Fertigungen in die Uhr transportieren könnt?

Daniel: Er [Arnaud] hat vorhin gesagt, dass er kein Uhrenfanatiker ist. Ich auch nicht. Als ich mein Diplom bekommen habe, habe ich eine schöne Uhr geschenkt bekommen. Die habe ich dann in den Safe gelegt. Und dann bin ich durch Zufall in der Branche gelandet. Für uns beide ist der Prozess wichtig, wie man zu einem Produkt hinkommt. Und da gibt es viele andere Produkte. Wir mögen beide Autos, Motorräder, Architektur ist auch was Tolles, Kunst ... es gibt so viele schöne Dinge im Leben. Und deshalb sagen wir bei Sevenfriday: Wir wollen uns nicht nur bei den Uhren aufhalten. Es war von Anfang an klar, dass wir mehr als nur Uhren wollen. Der Grund, dass wir mit Uhren angefangen haben, war, dass wir Uhren kannten. Aber jetzt geht es langsam weiter. Die Design-DNA hat sich weiterentwickelt, das Industrielle findet sich bei den Sonnenbrillen wieder. Die Insane 2/03 zum Beispiel erinnert an eine Schweißerbrille, die Insane 2/02 eher an den Gletscher-Explorer von 1960. Manche Uhrmacher machen es ja so, dass sie die bekannten Formen ihrer Uhr nehmen und Ringe daraus machen. Sie hoffen dann, dass die Frauen die Ringe kaufen – was sie aber nicht tun. Also enden die Ringe dann oft als Werbegeschenke. Ich habe das früher erlebt, als ich im Vertrieb tätig war. Wir versuchen eher, mit der Designsprache immer mal wieder auf die Basis runterzugehen und sie für ein neues Produktsegment neu aufzubauen. Das klappt manchmal, aber nicht immer.

SEVENFRIDAY CITYGUIDE

Du suchst einen Store oder Retailer, um die die Produkte anzusehen?

Was gibt es bei SEVENFRIDAY noch für Besonderheiten?

Daniel: Einmal im Jahr treffen wir uns mit allen unseren Lieferanten, Freunden und Business-Partnern. Das machen wir wieder ganz unkonventionell. Normalerweise haben Marken eine jährliche Convention, auf der sie ihr Netzwerk einer „Gehirnwäsche“ unterziehen. Ich erinnere mich an ein Jahr: Wir hatten 50 Länder, und wir wollten die Leute zusammenbringen, weil wir einen gewissen Lebensstil teilen. Es gab zwar unterschiedliche Herangehensweisen, aber wir wollten, dass sie die Marke verstehen. Wenn jemand zum Beispiel in Kuwait lebt, dann ist er nicht so nah an der Marke dran, wie wir das vermuten. Ein Freund von mir hatte die Idee, Spiele zu machen. Also bringen wir einmal im Jahr unsere kleine Welt an einem Ort zusammen – wir waren schon in der Toskana, der Türkei, Thailand, den Schweizer Alpen – und machen Spiele. Wenn alle angekommen sind, haben wir erst eine große Party, um alle in Stimmung zu bringen. Am nächsten Tag machen wir sportliche Aktivitäten. Wir stellen Teams zusammen, aus Leuten, die sich nicht kennen und die aus verschiedenen Gegenden der Welt kommen. Die lernen sich während der Aktivitäten kennen und tauschen sich miteinander aus. Und am letzten Abend haben wir dann erneut eine große Feier und vergeben den Pokal – den größten, den wir überhaupt finden konnten. Wir haben auch immer spezielle Produkte, die nur die Teilnehmer der Spiele bekommen.

Arnaud: Die Special Editions der so genannten SEVENFRIDAY GAMES sollen für den Ort eine Bedeutung haben, an dem die Spiele stattfinden. Als wir in Davos in den Schweizer Alpen waren, haben wir vorher eine Menge Bilder von Bergen angeschaut und sind selbst hingefahren, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Uns wurde dann ziemlich schnell klar, dass wir eine schwarze Uhr machen mussten. Das ist eigentlich nicht offensichtlich, weil man bei den Alpen eigentlich an Weiß denkt. Mit einer schwarzen Uhr gibt es dann aber einen Kontrast. Das haben wir mit Blau kombiniert, um das schmelzende Eis zu symbolisieren. Das Produkt basiert auf einer existierenden Kollektion, deren starkes Design von Raumschiffen inspiriert war. Ich kann sagen: Wenn man mit dieser Uhr in die Berge geht, dann ergibt das einen Sinn.

Welches Produkt würdest du gerne mal für SEVENFRIDAY designen, wenn du frei entscheiden könntest?

Arnaud: Ein Motorrad.

Ihr macht ja auch was mit Künstlern. Wie ist es für dich, wenn ein Künstler dein geliebtes Produkt verändert? Ist das okay für dich oder eher hart?

Arnaud: Nein, das ist gar nicht schwer. Es geht ja um Industriedesign, und das auch ist mein Job. Ich bin kein „Diva-Designer“. Ich mag es, die Meinungen von anderen zu hören, und mein Job ist es, den Rahmen beizubehalten – die Identität des Designs, die Codes, die DNA der Marke. Wir haben aber eine Menge Einschränkungen wie etwa Konstruktion oder Preis... Ich bin also Kompromisse gewöhnt. Ich empfinde aber Kompromisse nicht als Einschränkung. Das gilt auch für einen Künstler. Wenn jemand ein Produkt verändert und ihm seinen eigenen Touch gibt, ist das vollkommen in Ordnung für mich. Für mich ist der Künstler auch Teil der Inspiration. Also kann er das finale Produkt auch verändern.

Daniel: Viele Marken gehen ja Kollaborationen mit Künstlern ein, und ich finde nicht alles gelungen. Etwa wenn ein Zifferblatt mit dem Teil eines Gemäldes bedruckt wird – das haben andere Marken schon in den 80ern gemacht. Finde ich jetzt nicht wahnsinnig inspirierend.

Wer von euch entscheidet, wann das Produkt fertig ist?

Arnaud: Ich bevorzuge es, mir nicht die Frage zu stellen, wann ein Produkt fertig ist. Wenn das Design beendet und die Entscheidung gefallen ist, dann ist es so – das ist Teil des Jobs.

Daniel: Es gibt keinen Prototypen, bei dem er [Arnaud] kein kleines Detail findet, das er ändern möchte. Jeder andere würde sagen: „Warum? Das macht doch keinen Unterschied.“ Ich denke, er [Arnaud] ist nie fertig.

Arnaud: Wenn ich kann, dann versuche ich immer, etwas zu verbessern. Das ist nicht für mich, weil ich als Designer immer etwas ändern müsste, sondern für das Produkt. Ich bin der Meinung, dass das Design zählt. Unsere Designsprache ist so reichhaltig, da gibt es eine Menge Details. Ich denke, die Leute sind das jetzt so gewöhnt. Sie achten auf die Details. Wenn eine Schraube nicht wie eine Schraube aussieht oder wenn sie zu künstlich aussieht, dann ist das ein Problem für mich.

Am Ende sagt also Dan, ob ein Produkt fertig ist?

Daniel: Um ehrlich zu sein: Ich glaube nicht, dass wir jemals diese Situation hatten, in der das Ende erzwungen wurde. Das wäre auch nicht gesund. Es kann passieren, dass wir formell fertig sind, aber andererseits haben wir ja keinen formalisierten Prozess. Wir müssen beide überzeugt sein. Er [Arnaud] hat den Hintergrund bei der Erstellung, und ich kenne den Markt, wenn wir also beide überzeugt sind, dann haben wir eine viel größere Chance. Es gibt ein paar Produkte, bei denen ich denke: Das ist nicht meins. Da geht es aber nur um die Farben. Ich mag zum Beispiel kein Gold. Aber dann nehme ich mich zurück und sage: Wenn ihr es okay findet, dann ist es für mich auch okay. Aber es ist nichts, das ich kaufen würde.

Arnaud: Aber es verkauft sich gut.

Daniel: Das ist doch der Beweis, dass nicht eine Person alle Ansagen machen und Entscheidungen treffen muss. Stattdessen geht es um Teamarbeit und den Austausch. Arnaud macht ja nicht nur das Design, sondern die ganze Produktentwicklung, Display, auch in der Kommunikation. Wenn ich die Kommunikation mache, dann muss ich ja das Produkt im Hinterkopf haben, um zu wissen, woher das kommt, was die Basis davon ist. Das ist nicht nur vom Visuellen, sondern auch von der Sprache her unheimlich wichtig. Das ist jetzt natürlich extrem viel einfacher, da er [Arnaud] im Büro ist. Das ist das Schöne an einer kleinen Firma: Man ist überall involviert und weiß, was alles passiert.