Lisa Pearce - Origin Lookbook 1

Zurück zum Ursprung: Die nachhaltige Kollektion von Lisa Pearce

„Origin“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Herkunft, Ursprung. Wir suchen heute häufig nach unserem Ursprung, verlieren ihn dann und wann aus den Augen, in schwierigen Situationen werden wir aber meistens wieder an ihn erinnert. Unsere Herkunft prägt uns und macht einen sehr großen Teil unserer Persönlichkeit aus, auch wenn man es manchmal vielleicht gar nicht wirklich merkt.

Herkunft und Ursprung deutet aber gleichzeitig auch auf etwas hin, das vor uns da war. Das vor uns etwas aufgebaut hat, sich entwickelt hat. Lisa Pearce, Jungdesignerin und Absolventin der AMD Akademie Mode & Design Düsseldorf hat sich bei ihrer Abschlussarbeit ebenfalls mit dem Ursprung beschäftigt und dabei vor allem das Leben und die Wahrnehmung der letzten indigen Völker des hohen Nordens untersucht. Ihre Kollektion trägt den Titel „Origin A/W 2016/17“.

Inspiration: die letzten indigen Völker des hohen Nordens

„Sollte die heutige Gesellschaft das Grundverständnis der indigen Völker gegenüber der Natur und seinen Mitmenschen als Impulsgeber für ein nachhaltiges Leben in Betracht ziehen? Wie man an Lisas vordergründiger Fragestellung merkt, ist die Nachhaltigkeit und das natürliche Bewusstsein ihr Hauptanliegen. Wie nehmen wir unser Umwelt heute wahr? Wie gehen wir mit ihr um? Denken wir dabei an morgen? Oder ist es uns egal, wie wir etwas hinterlassen, wie wir mit Menschen umgehen, ob unser Verhalten und dessen Konsequenzen irgendwann auf uns zurückgeworfen werden können?

Grünes Design fernab von Langeweile

Nachhaltigkeit bedeutet nicht automatisch anspruchsloses Design in Form von ausgetragenen Ökolatschen. Das sollte mittlerweile jedem Menschen bewusst sein. Doch trotz einer wachsenden Nachfrage nach recycelten Materialien und nachhaltig und fair produzierter Mode, ist gerade dieser Markt ein ungenutztes Potential. Und genau dort möchte Lisa Pearce ansetzen.

Lisa Pearce setzt mit Origin auf Luxus-Recycling

Im Material zeigt sich deutlich, wie gut Nachhaltigkeit mit Eleganz vereinbar ist. Die Designerin hat ausschließlich natürliche, pflanzliche sowie tierische Materialien verwendet, unter anderem Hanfstrick, Wolle, Leder und Seide. Und Fuchspelz. Das Besondere an dem Fuchspelz ist, dass er recycelt wurde und ursprünglich alte Pelzjacken schmückte. So mussten keine weiteren Tiere für die „Origin“-Kollektion ihr Leben lassen und der alte Pelz verstaubte nicht irgendwo im Schrank.

Definition über Tradition

Mit den letzten indigen Völkern des hohen Nordens liegt die Inspiration von Lisa Pearce auch im Feld der Traditionen. Handarbeit ist eine Tradition bei den indigen Völkern und wird von Generation zu Generation weitergegeben. In der Kollektion wird das Handwerk vor allem von Strick und Kammzügen geprägt. Der grobe Kammzug ist das Key-piece der Kollektion. Durch seine Vielseitigkeit lässt er sich leicht kombinieren und findet sich häufig in den Outfits wieder. Einen spannenden Kontrast entwickelt er zu Materialien wie fließender Seide. Layering und Strukturen lassen ein spannungsgeladenes Kollektionsbild entstehen.

Auch Accessoires und kleinste Teile der Kollektion sind nachhaltig. Die Knöpfe sind aus Perlmutt gefertigt, der Schmuck stammt von einer Hamburger Designerin, die ausschließlich fair und in Handarbeit produziert.

Das Design der Zukunft

Mit ihrer Kollektion zeigt Lisa Pearce, wie vielseitig die Welt der Nachhaltigkeit sein kann. Aus Altem lassen sich neue Schätze schaffen, ohne den Eindruck von Patchwork zu erwecken. Eleganz und Ausdruck sind durchaus in einem Atemzug mit Nachhaltigkeit zu nennen und diese wird in den kommenden Jahren hoffentlich das Design und unser Kaufverhalten prägen. Doch was denkst Du über die nachhaltige Kollektion von Lisa Pearce?