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Dieter Rams: Zehn Thesen für gutes Design (inkl. Video)

Dieter Rams ist einer der einflussreichsten deutschen Produktdesigner der letzten Jahre. Er gilt nicht nur als „Aufräumer der Nation“, viele seiner Entwürfe für die Firma Braun sind legendär – und sein zehn Thesen über gutes Design (1993) heute aktueller denn je. 

Bereits Mitte der 1970er Jahre begann Dieter Rams zusammen mit seinem Team sich über Gestaltungsphilosophien und „gutes Design“ Gedanken zu machen. Die Essenz – Einfachheit, Ehrlichkeit und Zeitlosigkeit – seiner Gedanken schrieb Rams in seinen „Zehn Thesen für gutes Design“ zusammen. Noch heute lassen sich viele seiner Maxime wie „Gutes Design ist so wenig Design wie möglich“ in unzähligen seiner Entwürfe für Unternehmen wie Braun oder Vitsoe wiederfinden.

Die zehn Thesen für gutes Design als Antwort auf die Frage, was gutes Design ist

„Ich glaube, dass zukünftige Generationen erschaudern werden, angesichts der Gedankenlosigkeit, mit der wir unsere Häuser, unsere Städte und Landschaften mit aller Art Plunder vollstopfen“, war sich Dieter Rams schon 1976 sicher. Mit seiner Antwort auf die Frage „Ist mein Design gutes Design“ hat Rams zehn Thesen geliefert, die „eine undurchschaubare Verwirrung von Formen, Farben und Geräuschen“ verhindern soll:

1

Gutes Design ist innovativ

Die Möglichkeiten für Innovation sind längst nicht ausgeschöpft. Die technologische Entwicklung bietet immer wieder neue Ausgangspunkte für zukunftsfähige Gestaltungskonzepte, die den Gebrauchswert eines Produktes optimieren. Dabei entsteht innovatives Design stets im Zusammenschluss mit innovativer Technik und ist niemals Selbstzweck.

2

Gutes Design macht ein Produkt brauchbar

Man kauft ein Produkt, um es zu benutzen. Es soll bestimmte Funktionen erfüllen – Primärfunktionen ebenso wie ergänzende psychologische und ästhetische Funktionen. Gutes Design optimiert die Brauchbarkeit und lässt alles unberücksichtigt, was nicht diesem Ziel dient oder ihm gar entgegensteht.

3

Gutes Design ist ästhetisch

Die ästhetische Qualität eines Produktes ist integraler Aspekt seiner Brauchbarkeit. Denn Geräte, die man täglich benutzt, prägen das persönliche Umfeld und beeinflussen das Wohlbefinden. Schön sein kann aber nur, was gut gemacht ist.

4

Gutes Design macht ein Produkt verständlich

Es verdeutlicht auf einleuchtende Weise die Struktur des Produkts. Mehr noch: Es kann das Produkt zum Sprechen bringen. Im besten Fall erklärt es sich dann selbst.

5

Gutes Design ist unaufdringlich

Produkte, die einen Zweck erfüllen, haben Werkzeugcharakter. Sie sind weder dekorative Objekte noch Kunstwerke. Ihr Design sollte deshalb neutral sein, die Geräte zurücktreten lassen und dem Menschen Raum zur Selbstverwirklichung geben.

6

Gutes Design ist ehrlich

Es lässt ein Produkt nicht innovativer, leistungsfähiger, wertvoller erscheinen, als es in Wirklichkeit ist. Es versucht nicht, den Verbraucher durch Versprechen zu manipulieren, die es dann nicht halten kann.

7

Gutes Design ist langlebig

Es vermeidet, modisch zu sein, und wirkt deshalb nie antiquiert. Im deutlichen Gegensatz zu kurzlebigem Mode-Design überdauert es auch in der heutigen Wegwerfgesellschaft lange Jahre.

8

Gutes Design ist konsequent bis ins letzte Detail

Nichts darf der Willkür oder dem Zufall überlassen werden. Gründlichkeit und Genauigkeit der Gestaltung sind letztlich Ausdruck des Respekts dem Verbraucher gegenüber.

9

Gutes Design ist umwelt­freundlich

Design leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Umwelt. Es bezieht die Schonung der Ressourcen ebenso wie die Minimierung von physischer und visueller Verschmutzung in die Produktgestaltung ein.

10

Gutes Design ist so wenig Design wie möglich

Weniger Design ist mehr, konzentriert es sich doch auf das Wesentliche, statt die Produkte mit Überflüssigem zu befrachten.

Zurück zum Puren, zum Einfachen!