Christoph Kassette - Photography 1

Christoph Kassette: Fotografie mit Qualität und Seele braucht Zeit

„Nichts ist spannender als der Mensch. An einem guten Porträt kann ich mich nicht sattsehen, aber ein vielleicht viel aufwendiger produziertes Autofoto langweilt mich spätestens nach einer Sekunde.“ Spätestens nach diesem Zitat ist klar, hier wird von einem Fotografen gesprochen – und zwar vom Berliner Christoph Kassette, der mit seiner Fotografie Emotionen und Persönlichkeit visuell transportiert. Fotografie ist für den 35-Jährigen nicht einfach ein Job, sondern eine Lebenseinstellung, die er schon seit jungen Jahren in sich trägt.

Für mich kann auch ein unscharfes, verwackeltes Foto perfekt sein. Der Inhalt ist ausschlaggebend.

Christoph Kassette

Inspirationen findet Christoph Kassette überall

Inspiration für seine Arbeiten findet der Berliner überall, erzählt er. Die einzige Prämisse dafür sei, dass man sich nicht in eine Matrix wie TV, Internet & Co. flüchtet, sondern offen ist für Neues.

Wenn es um Persönlichkeiten geht, hat Christoph Kassette seine ganz eigene Definition von Schönheit: „Schönes schön zu Fotografieren ist nicht so kompliziert. Oberflächliche Schönheit abzubilden ist das eine, aber Vertrauen und Emotion zu transportieren das andere“, erklärt er im Gespräch. „Menschen die nur so tun »als ob« sind langweilig und mit denen kann man auch nur langweilige Fotos produzieren. Menschen mit Ausstrahlung und Aura habe ich am liebsten vor der Kamera, egal ob Profi oder nicht.“

Zeit ist in wichtiger Faktor in der Fotografie von Christoph Kassette

Neben Vertrauen und Emotion, die in seine Fotografien gesteckt werden, zählt noch ein weiterer, wichtiger Faktor: Zeit. In der Ära des World Wide Web und der Smartphone Fotografie zahlt sich die Qualität und der Anspruch eines Fotos vor allem darüber aus, dass es konzeptionell durchdacht ist – auch wenn es am Ende gezielt verwackelt ist. Die Idee dahinter muss nicht revolutionär sein, aber konsequent durchgesetzt werden. 

„Schnell und viel, leisten und konsumieren, so läuft es oft. Aber Dinge mit Qualität und Seele brauchen Zeit. Viele Leute können Essen warm machen und es macht satt, aber mit kochen hat das wenig zu tun. Und auch schon beim Anflug von Hunger kommt was zu Essen, schnell und viel. So wird man nur nicht zum Feinschmecker.“

Christoph Kasette: „Es ist dieser eine Moment, der zählt“

Und was war der spannendste Job bisher im Leben des Berliner Fotografen? „ Mit dem Hubschrauber über der Wüste Gobi abgestürzt und währenddessen, das Foto meines Lebens gemacht. So eine Story würde ich jetzt gerne erzählen, hab ich aber nicht. Jobs und Projekte, bei denen viel von einem gefordert wird, am besten noch mit vielen Leuten im Ausland, das ist für mich immer spannend, und es gibt auch fast immer viel zu lachen.“ Doch sind es nicht genau diese Momente die zählen? Dass der Job und die Leidenschaft Eins werden und sich nicht mehr ausschließen?

Christoph Kasette hat ambitionierte Visionen

Mit dieser Einstellung kann der Wahl-Berliner nun auf Veröffentlichungen in Publikationen wie dem Superior Magazine und IN Magazine aber auch Kunden wie Diesel und Eickhoff zurückblicken. Dass die Reise weiterhin der Fotografie gilt, ist keine Frage, abzuwarten bleibt jedoch, ob die Vision in Erfüllung geht: „Vor allem möchte ich weiterhin mit Menschen zusammenarbeiten, mit denen man kreativ über sich hinaus wachsen kann. Inspiration ist alles – entsprechend weniger wichtig ist, ob man für ein angesagtes Magazin oder eine namhafte Agentur arbeitet. Aber natürlich hätte ich auch nichts dagegen eines Tages in der VOGUE zu sein.“