Das Wetter: Stark bewölkt und regnerisch – typisch Hamburg eben. Eigentlich wollten wir mit Paul Ripke in Berlin unterwegs sein, um das neue Huawei P9 mit Leica-Kamera zu testen, doch leider kam dem Starfotografen der Rücktritt von Nico Rosberg dazwischen, sodass er kurzfristig absagen musste. Kein Problem, wir haben das Smartphone dennoch ausgiebig getestet und waren in Hamburgs Hafencity rund um die Elbphilharmonie unterwegs. Mit von der Partie war wie gewohnt Fotograf Michael J. Rüttger, der uns beim Testen des Smartphones über die Schulter geschaut hat.

Schon nach den ersten Aufnahmen mit dem Huawei P9 war klar, längst braucht man kein teures Equipment mehr, um tolle Fotos zu machen. Wie z. B. die Qualität der Bilder von Bloggerin Alice M. Huynh zeigt, dürfte für viele Nutzer ein Smartphone mit entsprechender Kamera und den richtigen Apps nur Nachbearbeitung im Alltag reichen. Mit den nachfolgenden 10 (Einsteiger-)Tipps möchten wir dir zeigen, wie deine Smartphone-Fotos mit dem Huawei P9 mit Leica-Kamera noch besser werden.

10 Tipps für bessere Handyfotos

1. Linse(n) säubern mit einem weichen Tuch

Mit der Leica Dual-Lens-Kamera verfügt das Huawei P9 über zwei Smartphone-Objektive, dir nur ein paar Millimeter Durchmesser haben. Das bedeutet, dass sich schon die kleinsten Dreckpartikel störend auf die Qualität deiner Fotos auswirken können. Dementsprechend empfehlen wir dir immer einen Blick auf die Linse zu werfen, bevor du mit dem Fotografieren beginnst, da das Smartphone auch mit einer Schutzhülle in der Tasche gerne mal dreckig wird. Zum Säubern der Linse(n) eigenen sich idealerweise weiche Tücher, wie z. B. ein Mikrofasertuch. Bitte niemals fusselnde Tücher aus Baumwolle oder gar Papiertaschentücher verwenden, denn die zerkratzen die Optik.

2. Die richtigen Einstellungen (Pro-Modus) wählen

Nachdem du die Objektive kontrolliert und ggf. sauber gemacht hast, empfiehlt es sich den Profi-Modus des Huawei P9 zu aktivieren und noch einmal die Auflösung sowie die Bildqualität der Kamera auf's Maximum zu stellen. Des Weiteren gibt es im Profi-Modus die Möglichkeit die Speicherung im RAW-Format zu aktivieren, diese erleichtert dir eine spätere Nachbearbeitung mit Adobe Photoshop oder Lightroom, sodass du nur wenig Abstriche bei der Qualität deiner Bilder machen musst.

3. Klassische Drittelregel: Gitter am Huawei P9 aktivieren

Du findest, dass deine Fotos immer „so langweilig“ aussehen? Dann empfehlen wir dir die vereinfachte Formel des „goldenen Schnitts“, die sogenannte Drittelregel, auszuprobieren. Dazu musst du in den Einstellungen deines Smartphones lediglich das Kameraraster aktivieren, das dein Display anschließend in 3 x 3 gleichgroße Felder unterteilt. Diese sollten dir zur besseren Orientierung helfen, sodass du das Hauptmotiv immer in der Nähe einer der vier Eckpunkte des mittleren Feldes positionieren kannst. Tipp: Achte z. B. darauf, dass natürliche Linien, wie z. B. der Horizont oder Bäume, idealerweise an den Drittellinien des gewählten Eckpunkts ausgerichtet werden.

4. Nutze die High Dynamic Range (HDR-Funktion)

Die High Dynamic Range, auch besser bekannt als HDR-Funktion, ist für die Kontrastgebung deiner Fotos zuständig. Beim Huawei P9 ist die Funktion unter dem Menüpunkt „Modi“ zu finden und sollte immer dann eingeschaltet werden, wenn du Wert auf eine harmonische Helligkeitsverteilung legst, sodass große Helligkeitsunterschiede (wie z. B. bei einem sehr hellen Himmel im Hintergrund und einem dunklen Gebäude im Vordergrund) äußerst detailliert wiedergegeben werden.

5. Das Huawei P9 stets mit beiden Händen stabilisieren

Ein sehr häufiges Problem in der Smartphone-Fotografie sind verwackelte Bilder. Aus diesem Grund solltest du das Huawei P9 mit Leica-Kamera immer möglichst mit beiden Händen festhalten, um es so ausreichend zu stabilisieren. Wir empfehlen dir mit dem Smartphone möglichst im Querformat zu fotografieren, sodass du es mit beiden Händen festhalten und mit dem Daumen den Auslöser bedienen kannst. Tipp: Mittlerweile gibt es sehr gute Halterungen und Stative (bzw. Aufsätze fürs Stativ), die in jede Jackentasche passen.

6. Zoome mit den Beinen

Die wenigsten Smartphones verfügen über einen optischen Zoom, sodass Fotos meist sehr schnell „pixelig“ werden. Hinzu kommt, dass das Huawei P9 zwar über zwei Leica Summarit-Linsen mit einer Lichtstärke von 1:2,2 (f/2.2-Blende) verfügt und sich damit hervorragende Panorama-Aufnahmen im Winkel von ca. 78 Grad (Weitwinkel) aufnehmen lassen, diese sich allerdings weniger gut für Zoom-Aufnahmen eignen. Wir empfehlen dir daher gänzlich auf den digitalen Zoom zu verzichten und die Objekte auf entsprechend natürlichem Wege ranzuzoomen: durch „Zoomen mit den Beinen“.

7. Achte auf die richtige Symmetrie

Klare, symmetrische Bilder erzeugen – ähnlich der klassischen Drittelregel – vielfach den Eindruck von Ausgewogenheit und Ruhe. Wie in unserem Beispiel zu sehen, harmonieren Stimmung, Formen und Farben perfekt miteinander, sodass beim Betrachter keineswegs Langeweile entsteht. Wenn du also symmetrische Objekte fotografierst, dann solltest du darauf achten, dass du die Symmetrie entweder exakt abbildest oder deutlich von ihr abweichst. Tipp: Nutze zur Bearbeitung deiner Bilder z. B. die App SKRWT, die dir hilft die perfekte Symmetrie zu finden.

8. Verschiebe den Fokus im Nachhinein

Ein weiteres Feature, das die Dual-Lens-Kamera des Huawei P9 möglich macht, ist die nachträgliche Verschiebung des Fokus. D. h. du kannst im Nachhinein, nachdem du das Foto gemacht hast, noch einen anderen Bereich des Fotos fokussieren und scharf stellen. Dazu musst du den „Große Blende“-Modus aktiviert haben. Tippe jetzt das Objekt an, das du fokussieren möchtest, und wähle die gewünschte Blendenöffnung per Schieberegler. Anschließend kannst du das fertig bearbeitete Foto ohne große Bedenken abspeichern, es wird automatisch als separate Kopie abgespeichert.

9. Fotografiere immer mehrere Bilder und sortiere im Nachgang aus

Das schöne an der Digitalfotografie bzw. der Smartphone-Fotografie ist, dass man ohne große Kosten einfach ausprobieren und Bilder, die einem nicht gefallen, am Ende einfach löschen kann. Daher solltest du stets mehrere Bilder von ein und dem selben Objekt aufnehmen, um dann hinterher das beste auszuwählen. Tipp: Die anderen Bilder nicht sofort löschen, sondern noch einmal in Ruhe auf einem größeren Bildschirm ansehen. Denn oft verkennt man, welches Bild tatsächlich am schönsten geworden ist.

10. Schwarz-Weiß-Bilder immer im Monochrom-Modus aufnehmen

Kommen wir zum absoluten Highlight des Huawei P9: der Monochrom-Modus. In der Geschichte von Leica spielt die Schwarz-Weiß-Fotografie eine wichtige Rolle, sodass das Huawei P9 mit seinen beiden Kamera-Sensoren – RGB und Monochrom – gleich zwei Welten miteinander verbindet. Genau aus diesem Grund empfehlen wir dir Schwarz-Weiß-Fotos ausschließlich im Monochrom-Modus aufzunehmen. Diese sind im Gegensatz zu anderen Smartphones ohne Schwarz-Weiß-Sensor deutlich ansprechender und mit wesentlich mehr Details versehen, als wenn man die Fotos im Nachhinein bearbeitet. Außerdem drängt sich so das Gefühl auf, mit einer echten Leica zu fotografieren.