Heutzutage gehört ein aussagekräftiges Portfolio einfach dazu. Doch anders als noch vor 10 Jahren - zu Zeiten von Mappen, Broschüren bzw. DVDs oder USB-Sticks - reicht heute ein einfacher Verweis auf die eigene Website oder das favorisierte Portfolio-Netzwerk aus, um auf die eigenen Arbeiten aufmerksam zu machen.

Behance ist ein digitales Netzwerk, in dem Millionen von Designern, Illustratoren, Fotografen und viele weitere kreative Köpfe ihre Projekte zur Schau stellen. Ideen, Konzepte und Inspirationen werden präsentiert und haben unzählige neue Entwicklungen im Design oder in der Fotografie angestossen. Doch wie erlangt das eigene Portfolio solch Aufmerksamkeit wie beispielsweise das der Hamburger Agentur Bureau Oberhaeuser oder dem des Münchner Fotografen Nick Frank?

1. Zeige nur deine besten Arbeiten

Behance ist weltweit die größte Plattform für Kreative und ihre Portfolios und verzeichnet Millionen an Besucher, doch das heißt nicht, das viel unbedingt viel hilft. Ein kleines Portfolio, das nur deine besten Arbeiten umfasst, besticht meist mehr als ein umfangreiches Portfolio. Zeige keine mittelmäßigen Arbeiten, in der Hoffnung du wirst dadurch eher gefunden.

Bedenke außerdem, dass z. B. Art Buyer oder Recruiter oftmals nur sehr wenig Zeit haben und lediglich zwei bis drei deiner Projekte sichten, bevor das nächste Portfolio an der Reihe ist. Überlege daher genau, wie dein nächster Kunde, dein nächstes Projekt aussehen soll und wähle dementsprechend die Motive für dein Portfolio aus.

2. Bilder sagen mehr als Worte

Idealerweise besteht jedes einzelne deiner Projekte aus einer Serie von sechs bis maximal 15 Bildmotiven. Wie bereits erwähnt, bleibt im Arbeitsalltag oft wenig Zeit zur Sichtung eines Portfolios, sodass die Anzahl der Motive absolut ausreichend ist. Außerdem führen fünf mittelmäßige Motive gewiss nicht zur Lead-Generierung, wenn auch das sechste ein erstklassiges ist.

Weiter solltest du die Textmenge der Projektbeschreibung reduzieren und achte auf eine gut leserliche Typografie geben. Verschaffe deinen Motiven ausreichend Platz, indem du innerhalb des Projekt-Layouts genügen Negativraum verwendest. So weckst du das Gefühl von Unbeschwertheit und Leichtigkeit.

3. Die Kunst liegt im Detail

In Anlehnung an die altbekannte Redensart „Die Crux liegt im Detail“ gilt für dein Behance Portfolio folgendes: Die Kunst liegt im Detail. Neben dem Gesamtbild deines Projektes solltest du immer wieder Motive mit Details einfließen lassen. Diese können z. B. Besonderheiten in der Typografie, Ausschnitte großflächiger Fotografie und Illustrationen oder einzelne Elemente komplexer Screendesigns sein.

Details machen aus einem guten Portfolio ein großartiges Portfolio, gleichzeitig drücken sie deine Liebe zum Design aus und transportieren deine Fähigkeiten.

4. Nicht das Ergebnis zählt, sondern der Weg dorthin

Natürlich ist es das Ergebnis, was zählt. Doch stell nicht nur deine fertigen Kreationen auf Behance zur Schau. Viel spannender ist doch die Frage: Wie bist du zu dem Ergebnis gekommen?

Dein Portfolio sollte mindestens eine detaillierte Fallstudie mit Skizzen und Motiven aus der Entstehungsphase - gekennzeichnet mit dem Zusatz (WIP) - beinhalten. Ermögliche so einen Einblick in deine Denkansätze und hilf so z. B. der Communty oder einem zukünftigen Kunden dein Verständnis von Design oder Fotografie zu verstehen - und zeige dass du mehr kannst, als nur buntes „Schickimicki“.

5. Veröffentliche niemals unfertige Projekte

Wie so oft zählt auch auf Behance der erste Eindruck. Daher solltest du gerade am Anfang darauf achten, dass du niemals unfertige Projekte veröffentlichst, auch dann nicht, wenn du schon zwei oder drei fertige Motive zeigen könntest. Unfertige Projekte zeigen eine mangelnde Liebe zum Detail.

Solltest du doch einmal ein unfertiges Projekt, an dem du z. B. gerade aktiv arbeitest, zum Austausch online stellen wollen, so nutze dafür die Sektion „Entwürfe“. Du kannst dich so mit anderen Designern oder Fotografen über deine bisherigen Überlegungen austauschen, ohne dabei einen schlechten Eindruck zu hinterlassen.

6. Nutze die Möglichkeiten der Individualisierung

Behance bietet dir viele Möglichkeiten, um dein gesamtes Portfolio entsprechend zu individualisieren und anzupassen. Nutze z. B. die Möglichkeit der verschiedenen Trennzeichen und Abstände oder die Funktion zur Anpassung des Hintergrundes, um deinem Projekt ein Stück weit Individualität zu verleihen. Nur so kannst du dich von anderen Designern oder Fotografen abheben und für einen Wiedererkennungswert innerhalb der Community sorgen.

7. Mache auf dich aufmerksam

Ähnlich der analogen Papierwelt, gilt es auch in der digitalen Welt von Behance auf sich aufmerksam zu machen. Nutze dafür u. a. deine vorhandenen Social Media Kanäle wie z. B. Facebook, Twitter oder Instagram und beteilige dich dennoch aktiv an den Diskussionen der Behance Community.

Du machst auf dich aufmerksam, indem du weiteren Designern, Illustratoren oder Fotografen folgst. Beobachte, sammle Inspirationen und tausche dich mit ihnen über die Kommentarfunktion unter den Projekten aus. Gerne honoriere auch ihre Arbeiten mit einem einfachen „Appreciate“, indem du auf den Button klickst.